Schlagaderverkalkung
in der Praxis für Allgemeinchirurgie und Gefäßchirurgie in Nürnberg.
Die Ursachen für die Verkalkung der Schlagadern sind multifaktoriell und sind wie folgt:
- Diabetes
- Hypertonie
- Rauchen
- Fettstoffwechselstörungen
- Erhöhter Harnsäurespiegel
- Familiäre Belastung
Das Risiko, an einer Verkalkung der Schlagadern (Arterien) zu erkranken erhöht sich drastisch, wenn mehrere der o.a. Faktoren vorhanden sind.
Das häufigste Symptom, das den Patienten zum Arzt treibt ist die schmerzhafte Einschränkung der Gehstrecke, d.h. nach einer gewissen Gehstrecke kann der Patient wegen starker Schmerzen in den Beinen nicht mehr weitergehen. Zur besseren Klassifikation hat man sich über eine Stadieneinteilung (nach Fontaine) geeinigt und zwar wie folgt:
| StadiumI: | keine Symptome |
| StadiumIIa: | Gehstrecke > 200 m |
| StadiumIIb: | Gehstrecke < 200 m |
| StadiumIII: | Ruheschmerzen |
| StadiumIV: | Nekrosen/Gangrän |
- Die Anamnese, d.h. welche Beschwerden hat der Patient und seit wann, wie sind die Risikofaktoren etc. etc.
- Die körperliche Untersuchung
- Der Pulsstatus und
- Blutdruckmessung auch am Bein
- Den Ultraschall – die farbcodierte Duplexsonografie (auch salopp „Farbdoppler“ genannt
- Die Angiografie (DSA); hier wird ein Kontrastmittel in die Schlagadern gespritzt, damit man sieht wo und wie ausgeprägt die Verengung oder der Verschluss ist
- Oder auch die MR-Angiografie (MR = Kernspin)
Im nachfolgenden Bild sieht man deutlich im Ultraschall den Verschluss der Schlagader (li. Bild) und die bereits vorhandenen Umgehungskreisläufe (re. Bild)
Der Vergleich zwischen Ultraschallbild und Angiografie zeigt in den unteren Bildern eine eindeutige Übereinstimmung
Was muss man aber bei der arterielle Verschlusskrankheit tun??
1.Muss man sich fragen (Klinische Indikation):
| Im Stadium I: | Nein |
| Im Stadium II: | Relativ |
| Im Stadium III: | Unbedingt |
| Im Stadium IV: | Unbedingt |
Gerade das Stadium II ist etwas problematisch, was Empfehlungen zur Operation anbetrifft: Ein Marathonläufer (habe ich selbst schon operiert) ist mit einer Gehstrecke von 500 – 1000 m nicht zufrieden, ein schwer herzkranker Patient, der kaum noch Treppen steigen kann, wäre mit einer solchen Gehstrecke glücklich… Somit kommet es auch auf den persönlichen Leidensdruck an, ob im Stadium II a oder II b operiert werden soll. Wenn der Patient sagt, so will ich nicht mehr weiterleben, dann ist die richtige Zeit für die Operation gekommen.
2. muss man die Angiografische Situation beurteilen:
Kann überhaupt therapiert werden?
Hierbei muss berücksichtigt werden die Lokalisation und Ausdehnung der Verengung oder des Verschlusses; die Einstrombahn (d.h.: kommt genug Blut vom Herzen?), aber auch die Ausstrombahn (d.h.: kann nach einer Gefäß-Operation das Blut auch weiter nach unten ins Bein transportiert werden?)
Eine weitere Frage ist, wie ist das Gefäßkaliber? Und existieren Wandverkalkungen, die vielleicht eine Operation unmöglich machen?
Leidet der Patient vielleicht und einer koronaren Durchblutungsstörung?
Oder an einer zerebrale Durchblutungsstörung (z.B. Schlaganfall)?
Sind die Nieren gut durchblutet (Renale Durchblutungsstörungen)?
Sind Lungenerkrankungen bekannt? Oder gar ein Karzinom?
- Die PTA (Ballondilatation), d.h.: eine Verengung oder ein kurzer Verschluss werden mit einem Ballonkatheter erweitert
- PTA mit Stent; hier wird nicht nur die Verengung erweitert, sondern es wird auch ein Metallgitter eingesetzt, welches verhindern soll, dass sich die Schlagader erneut verengt oder verschließt. Dies wird vor allem bei Verengung und Verschlüssen im Beckenbereich eingesetzt
- Die TEA (Ausschälplastik). Hier wird die Schlagader eröffnet und der Kalk mit einem Spatel ausgeschält, so wie man den Tabak aus de Zigarettenhülse entfernen würde. Die Schlagader wird dann entweder mit einem Venen- oder Kunststoffflicken verschlossen.
- Der Bypass. Hier wird ein Verschluss mit einer körpereigenen Vene oder einem Kunststoffbypass überbrückt. Und falls alle Versuche, das Bein zu retten, vergeblich sind, bleibt
- Nur die Amputation
Nachstehen ein Beispiel für die Beseitigung einer Verengung im Bereich der Beckenschlagader mit Ballondilatation und Versorgung mit einem Stent.
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